Stadt/körper (Bundesplatz)

engl: city/body/fragment. A counterpoint to “Phoenix” by Bernd Wilhelm Blank, 1968. Gray cardboard, Finnboard, lacquer. As part of ECHO ECHO, an artistic tour along existing sculptures by male artists in public spaces.

Im Rahmen von ECHO ECHO, ein künstlerischer Parcours entlang von bestehenden Skulpturen im öffentlichen Raum.

I see Berlin’s Bundesplatz as a public sculpture. This space is characterized by a car-friendly urban design featuring a central underpass to ensure traffic flow remains unimpeded. Pedestrians access the U-Bahn and S-Bahn via underpasses. A small green traffic island remains as a place to linger amidst the noise of the big city. This urban structure is typical of the reconstruction in West Germany after World War II. The Phoenix sculpture by Bernd Wilhelm Blank on the square directly in front of the intersection addresses the new beginning after 1945. With my intervention “Stadtkörper,” I question the concept of an urban renewal that confronts residents, passersby, and non-human beings with enormous spatial tensions.


Den Berliner Bundesplatz verstehe ich als eine begehbare Skulptur. Dieser Ort ist geprägt durch eine autogerechte Stadtplanung mit einem zentralem Autotunnel für einen ungehinderten Verkehrsfluss. Passant*innen gelangen durch Unterführungen zur U- und S-Bahn. Eine kleine grüne Verkehrsinsel bleibt für den Aufenthalt inmitten des Großstadtlärms. Diese urbane Stadtstruktur ist typisch für den Wiederaufbau in Westdeutschland nach dem 2. Weltkrieg. Die Phönix-Skulptur von Bernd Wilhelm Blank auf dem Platz direkt vor der Verkehrskreuzung thematisiert den Neuanfang nach 1945. Mit meiner Intervention "Stadtkörper" hinterfrage ich das Konzept des städtebaulichen Neuanfangs, welche die Bewohner*innen, Passant*innen und nicht-menschliche Wesen mit enormen räumlichen Spannungsfeldern konfrontiert. 

„it’s a play of forms, charming, quiet. hollow space here, filled space there. You walk through the underpasses, along walls and corners, down stairs, up escalators. You barely pay attention to it, you only want to get from A to B, you switch off all feeling, don’t want to see anyone, smell anything, taste anything."

Excerpt from my text "My body is the place of my lived experience“, read during the intervention 

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"Es ist ein Spiel der Formen, 
reizvoll, ungestört. 
Hier ein Hohlraum, dort Füllraum. 
Du gehst durch Gänge, 
an Wänden entlang, 
um Ecken, 
Treppen hinab, 
Rolltreppen hinauf. 
Du bemerkst es kaum. 
Du willst nur von A nach B. 
Du schaltest deine Gefühle aus. 
Willst niemanden sehen, 
nichts riechen, nichts schmecken.“

Im Rahmen von: 

Echo Echo – Ein Parcours durch den Stadtraum

Skulpturverein lädt zu einem künstlerischen Parcours durch den öffentlichen Raum ein. Im Verlauf eines gemeinsamen Spaziergangs begegnet das Publikum bestehenden Skulpturen, die im Stadtraum oft unbeachtet bleiben – stille Zeugnisse vergangenen Gestaltungswillens, politischer Narrative oder künstlerischer Positionen. An jeder Station reagiert eine der beteiligten Küstlerinnen mit temporären Arbeiten, Interventionen oder Performance auf eine existierende Skulptur. Ihre Beiträge fungieren als dialogische Kommentare, als zeitgenössische Spiegelungen oder Kontrapunkte zu den in der Vergangenheit von Männern geschaffenen Kunstwerken. Sie eröffnen neue Perspektiven auf das bereits Vorhandene und stellen Fragen zu Repräsentation, Geschichte und Sichtbarkeit im öffentlichen Raum. Die Bewegung durch die Stadt – als kollektives Flanieren – wird Teil des Erlebens. Der Parcours verbindet die Stationen zu einem sinnlichen und intellektuellen Prozess: Kunst im Raum, Kunst im Dialog, Kunst in Bewegung. ECHO ECHO versteht sich als Einladung zum Sehen, Denken und Weitergehen – gemeinsam, draußen, mitten in der Stadt. (Text: Skulpturverein) 

Parcours:
ELISABETH ROSENTHAL – Speerwerfer, Karl Möbius, 1921 ULRIKA SEGERBERG / special guest matka – Zwei Brunnenskulpturen, M. Schoenholtz, 1979 HILDEGARD SKOWASCH – Winzerin, Friedrich Drake, 1854/1910 SIMONE RUEß – Phoenix, Bernd Wilhelm Blank,1968 YASMIN ALT – Olympionike, Demetros Anastasatos, 1961 ANNA BORGMAN – U-Bahn Heidelberger Platz, Wilhelm Leitgebel, 1913 GLORIA ZEIN – Reiterskulptur, Springer Natur Akademischer Verlag 
KYOCO TANIYAMA – Siegfriedbrunnen, Emil Cauer d. J., 1911
Stadt/körper (Bundesplatz), 2025. engl: city/body/fragment, A counterpoint to “Phoenix” by Bernd Wilhelm Blank, 1968. Gray cardboard, Finnboard, lacquer. As part of ECHO ECHO, an artistic tour along existing sculptures in public spaces.

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